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Nicht beklagen – hinterfragen!

Was unterscheidet uns Menschen eigentlich von Tieren und warum zerstören wir uns und die Welt, in der wir leben?

Tiere, Stammesvölker oder Hippies, die im Einklang mit der Natur leben, werden oft als ‘primitiv’ erniedrigt, um die Komplexität unseres modernen Lebens zu rechtfertigen. Jedoch ist die Natur der Dinge frei von Vergleichen, Bewertungen, Erwartungen und Zeitdruck und stellt eine Selbstverwirklichung und Potentialentfaltung des inneren Wesens dar.

Viele Menschen haben den Zugang zu jener Leichtigkeit verloren und versuchen die entstandene Lücke mit materiellen Dingen und der Aufmerksamkeit anderer zu füllen – und bemerken dabei nicht, dass das dadurch erlebte Glücksgefühl auf der Abhängigkeit äußerer Dinge beruht und nicht zur inneren Zufriedenheit führen kann, was spätestens dann auffällt, wenn eine solche Abhängigkeit wegbricht bzw. zum Vorschein kommt – sei es durch den Verlust einer nahe stehenden Person, eines Jobs, einer Unterkunft, körperlicher Gesundheit, etc.

Wir glauben, dass es uns in Deutschland ach so gut ginge und Themen wie Wasserknappheit, Hunger, Armut oder Bildung in weiter Ferne liegen. Doch was, wenn der Strom oder das Internet einmal großflächig und dauerhaft ausfiele, ein zentrales Rohr der Wasserversorgung bräche, die Versorgung mit Rohöl und anderen Brennstoffen nicht mehr gewährleistet werden könnte, oder der Handel und Transport anderweitig zum erliegen käme? Die Menschen würden zu Barbaren und Tieren, weil es nicht genug für alle gäbe. Doch wer kann sich heute noch ohne digitale Medien und Internet in der Welt zurecht finden?

All das gegenwärtige und zukünftige Leid ist unnötig und vermeidbar, würden die Menschen doch nur wieder zueinander finden, kommunizieren und kooperieren, anstatt zu konkurrieren und sich gegenseitig zu verletzen. Jedoch gibt es einige existenzielle Säulen, die unsere Identität prägen (z.B. Religion, Beruf, Status) und auf Angst vor Unsicherheit, Ausgrenzung oder Minderwertigkeit zurückzuführen sind und dessen Vielfalt zu tiefen Rissen und Trennungen in unsere ehemals verbundene Gesellschaft geführt hat und von denen die meisten Menschen nicht loslassen können, weil sie damit ihre bisherige Existenz und Lebensweise in Frage stellen und sich Fehlentscheidungen eingestehen müssten.

Wir alle sind Lebewesen dieser Erde, jedoch hat der Mensch gelernt, mit seinen Händen die Natur zum eigenen Nutzen zu verändern und sie seinen Bedürfnissen anzupassen, sodass die ökologische Nische und somit die Bevölkerung vergrößert werden konnte – bis wir uns selbst zum schlimmsten Feinde wurden. Die Macht über die Natur gepaart mit der Angst voreinander entwickelt sich früher oder später unweigerlich zu einer rücksichtslosen Instrumentalisierung und Ausbeutung unserer Erde, welches sich bis zur globalen Krise entwickelt.

An diesem Punkt stehen wir nun und es ist nur eine Frage der Zeit bis zur Eskalation, wenn wir so weitermachen wie bisher. Es geht nicht darum politische Maßnahmen zu beschließen, was als nächstes getan werden muss, um aktuelle Brandherde zu bekämpfen und in der Symptombekämpfung zu verharren, sondern dass wir die Säulen, Glaubenssätze und Folgen unseres Gesellschaftssystems und unserer eigenen Handlungen und Entscheidungen hinterfragen und Ursachenforschung betreiben. Sozialdarwinistische und finanzkapitalistische Weltanschauungen verhindern einen altruistischen Individualismus, bei dem jeder sein Leben gestalten kann, wie er es möchte, ohne von anderen unterdrückt zu werden. Die gegenwärtige Politik fokussiert die Verwaltung von Geld, und nicht das Wohlergehen und die Funktionalität des Volkes, ungeachtet der Tatsache, dass die Politiker ihr Gehalt vom Steuerzahler beziehen und somit Dienstleister für die Bevölkerung darstellen, sodass wir entweder eine zufriedenstellende Gegenleistung erwarten dürfen, oder aber bei ‘Kundenunzufriedenheit’ die Besteuerung nicht mehr verpflichtend sein darf. Es muss den Menschen die Entscheidungsfreiheit überlassen werden, was sie wirklich zum Leben brauchen, welche Prioritäten verfolgt werden und wohin das selbst erarbeitete Geld und die eigene Energie fließt – denn Geld gibt es im Tausch zu menschlicher Lebensenergie. Politiker kennen die Bedürfnisse und Probleme der einzelnen Menschen vor Ort nicht und können diese daher auch nicht adäquat vertreten und darüber entscheiden, weshalb eine nachhaltig funktionierende Gesellschaft unumgänglich selbstorganisiert sein muss; so wie es außerhalb der Zivilisation auch in allen Bereichen der Natur zu beobachten ist.

Eine Unterdrückung und Vernachlässigung von Bedürfnissen führt zu einer Anstauung von Wut und somit unausweichlich zu Aggression, Gewalt und Krieg. Viele Menschen sehen sich als Opfer äußerer Umstände und beschweren sich aus ihrer empfundenen Hilflosigkeit heraus; dabei sollte Unzufriedenheit als Potential zur Veränderung wahrgenommen werden, dessen Umsetzung dann durch Kommunikation und gegenseitige Unterstützung erfolgen kann, wobei niemand unterdrückt oder benachteiligt werden darf. In erster Linie gilt es aber sich Unzufriedenheit und negativen Gefühlen bewusst zu werden, und diese nicht zu unterdrücken.

Wenn der Weltschmerz zu belastend wird, lohnt es sich von allem Abstand zu nehmen und zurück in die Natur zu fliehen. Wir alle sind Teil des großen Ganzen und sollten bei genauerer Betrachtung der Schönheit und Perfektion des Lebens ein Gefühl von Demut und Bewunderung entgegen bringen. Fernab von Geld, Bürokratie, Stress, digitalen Medien und erzwungener Hierarchie dominieren Harmonie, Entspannung und persönliches Wachstum.

Viele Menschen haben Angst vor dem Tod, doch versteckt sich dahinter eigentlich die Angst vor dem Leben. Sterbende Menschen erkennen und bedauern, dass sie nie wirklich gelebt und sich selbst verwirklicht haben, weil sie Angst hatten – Angst, den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden und den eigenen Weg zu gehen, Angst, Gefühle nicht ausgedrückt zu haben oder die Angst, andere zu vernachlässigen und sich selbst keine Ruhe gönnen oder Schwäche zeigen zu dürfen. Diese Ängste sind so stark, dass sie erst bewusst werden, wenn man mit dem Tod, der wahren existenziellen Angst, konfrontiert wird, welche alle anderen in den Schatten stellt.

Einer Konsumgesellschaft mit Luxusproblemen wie der unseren, geht es zu gut und wir nehmen viele Dinge als selbstverständlich an, weil wir verlernt haben, die Dinge in unserer Umgebung wertzuschätzen. Maschinelle Massenproduktion ermöglicht die Verfügbarkeit im Überfluss und verringert so den Wert von Dingen, weil sie nicht mehr mit dem Gefühl von Liebe für jemanden hergestellt werden und ihre Individualität, Besonderheit und emotionale Bindung verlieren und in der Regel durch ein baugleiches oder ähnliches Objekt ersetzt werden können – denn es geht nicht um das Objekt an sich, sondern die Wirkung dessen, welche auch anderweitig erreicht werden kann.

Dieser Verlust von Liebe führt zu einer Trennung zwischen Angebot und Nachfrage, wodurch ein selbstregulierender Energiefluss und das Einstellen eines harmonischen Gleichgewichts verhindert werden, und sich stattdessen exponentielles Wachstum entwickelt. Der kapitalistische Mensch mag der Krebs unseres Planeten sein: so, wie der Mensch sich durch Geld eine autarke Versorgung der eigenen Bedürfnisse ohne dem physischen Gefühl und Fluss von Liebe ermöglicht, so können die Krebszellen mit Zucker unabhängig vom Sauerstoff leben. Zudem haben sie jeweils Ausprägungen in gut- und bösartig im Hinblick auf die Beziehung zur Umgebung: Kooperation, Liebe, Stabilität und Koexistenz oder Konkurrenz, Angst, Abhängigkeit und Ausbeutung.

Beide haben eine alternative Informations- und Energieübertragung entwickelt, um den Mangel an Liebe und Harmonie auszugleichen und beide wachsen exponentiell bis zur Funktionsunfähigkeit und Absterben den gesamten Organismus. Es ist wie ein Stein, der in den Fluss gelegt wird und für Turbulenzen und Ausgleichsströmungen sorgt, doch wenn der Stein wieder entnommen wird, fließt der Fluss des Lebens wieder ungestört. Heilung heißt, die Steine aus dem Weg zu räumen und etwas Schönes daraus zu bauen und sich am Leben und all seinen Erfahrungen zu erfreuen. Wir müssen wieder lernen ohne Worte und Angst zusammen zu leben und den Künstler und das innere Kind in jedem von uns zu entdecken.

Wir müssen uns wieder in der Menschlichkeit vereinen und als fühlende Wesen das Leben genießen und wertschätzen, anstatt immer nach etwas zu streben, unseren Körper zu missachten und verzweifelt versuchen diese Lücke und den Mangel an Liebe und Gefühl durch ein externes Glücksgefühl zu kompensieren – wir haben es doch alle in uns. Was treibt den Menschen an ? Macht, Ruhm, Sicherheit, Status, gesellschaftliche Akzeptanz, Langlebigkeit ? Warum ein Leben lang auf den Tod hinzuarbeiten, wenn doch alles nur eine Aneinanderreihung von Momenten des Jetzt ist ? Die Lebenssituationen ändern sich, es treten Menschen und Dinge in unser Leben und sie verlassen uns wieder, wir erwerben Berechtigungen, um Dinge tun und verändern zu können, dürfen oder müssen. Wir warten auf das Glück und arbeiten darauf hin, doch haben wir vergessen, dass wir alles, was wir zum Leben brauchen in uns haben, wir müssen nur endlich Eigenverantwortung für uns und die Folgen unserer Taten übernehmen.

Vielen ist Liebe jedoch zu Schmerz und Leid geworden, weil er von anderen nicht verarbeitet und weitergegeben wurde. Diese Fortpflanzung der Angst und des Negativen kann aufgehalten werden, indem wir denen vergeben, die uns Leid zugefügt haben, und verstehen, dass es nicht gegen uns persönlich gerichtet war, sondern Ausdruck der Hilflosigkeit des Täters – unfähig ein zurückliegendes Trauma verarbeiten und darüber reden zu können. Daher ist es umso wichtiger, dass die Menschen untereinander wieder ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander aufbauen. Jeder braucht etwas, jeder kann etwas, und jeder will etwas – dafür muss man aber über seine Gefühle, Bedürfnisse und Ängste reden können. Die Menschen koexistieren schweigend und verharren jeweils in ihrer eigenen Welt und sehen nicht, dass sie mit ihren Problemen bei weitem nicht alleine dastehen, und die Person nebenan in der U-Bahn oder im Wartezimmer Ähnliches erlebt hat und helfen könnte.

Wenn man etwas haben oder erreichen will, muss man sich letztendlich in irgendeinem dieser Jetzt-Momente dafür entschließen es zu tun und den Willen stärker als die Angst werden lassen – nur so werden Träume wahr. Wenn man Entscheidungen aus Angst vor sich her schiebt, wird man es womöglich nie tun und später auf dem Sterbebett erkennen, dass man jederzeit die Möglichkeit gehabt hätte.

Verliert eure Wünsche und Träume nicht aus den Augen und fangt an zu leben und euch selbst zu verwirklichen. Was wollt ihr mit eurer Lebensenergie unterstützen? Die Profitgier eures Arbeitgebers, die Unterdrückung und Ausbeutung von Mensch und Natur, oder Projekte, die einen kollektiven Vorteil bilden und auf die Lösung gesellschaftlicher Probleme ausgerichtet ist? Am wichtigsten dabei sind unsere Kinder, denn sie werden in der zukünftigen Welt leben, die wir ihnen hinterlassen – samt all der Folgen unseres gegenwärtigen Handelns. Es sollte das Ziel eines jeden Menschen sein, die Welt ein Stückchen besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Unterstützt euch gegenseitig, denn jeder hat andere Lebenserfahrungen gemacht und kann etwas, was der andere nicht kann – und viele Probleme mit denen man im Leben konfrontiert wird, haben andere bereits erfolgreich gelöst. Niemand ist allein, und doch trauen sich viele aus Angst Schwäche zu zeigen nicht, um Hilfe zu fragen und warten, bis der Retter in der Not kommt – und für viele kommt er nie. Und wenn man darauf wartet, rast das Leben an einem vorbei und bewundert all jene, die selbstbewusst ihr eigenes Ding machen. Kreativität und die schöpferische Kraft kann nur fließen, wenn man sich von der Bewertung und Meinung anderer unabhängig macht, denn sonst übernimmt man nur die Grenzen und Ängste der anderen und sieht nicht, dass es hinterm Horizont noch viel mehr von der Welt zu entdecken gibt. Am Ende des Lebens musst du nur dir selbst gegenüber Rechenschaft ablegen, und worauf willst du dann zurück blicken?

#Wofür lebst du?

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